Andrea Zschocher
-

Manuel Rubey: „Ich finde es wichtiger, Söhne zu erziehen, als Töchter zu beschützen“
Manchmal führe ich Interviews und bin selbst davon überrascht, wo sie hinführen. Nicht, weil ich schlecht vorbereitet wäre, sondern weil mein Gegenüber den Mut hat, in ein Gespräch einzusteigen, dass uns ganz weit weg vom Film und hin zu gesellschaftlich wichtigen Themen trägt. Manuel Rubey hat sich darauf eingelassen, und ich feiere noch immer, wie…
-

Kani Lapuerta: „Man muss nicht alles sofort mit einer Identität verknüpfen, vieles darf erstmal sein“
Mit „Niñxs“bringt Regisseur und Drehbuchautor Kani Lapuerta gerade einen Dokumentarfilm über ein Transmädchen in die Kinos. Ein wichtiges Thema, wie ich finde, weil unsere Welt leider immer dazu neigt, Vielfältigkeit zu unterdrücken und auf Gleichförmigkeit zu setzen. Jeder Film, der sich dieser Gleichmachung entgegenstellt, der zeigt, wie wichtig und bereichernd Diversität ist, ist in meinen…
-

Annemarie Jacir: „Menschen sind unglaublich widerstandsfähig. Wir werden immer Wege finden zu überleben“
Ich werde immer wieder in Interviews überrascht. Meist von den Aussagen meines Gegenübers, wenn sie sich wirklich aufs Gespräch einlassen, manchmal von den Umständen, unter denen wir Interviews führen, manchmal durch die Orte, an denen wir uns begegnen. Das Interview mit der Regisseurin Annemarie Jacir hat mich nicht nur überrascht, weil wir einen Zoomcall zwischen…
-

Johannes Hegemann: „Es glauben noch zu viele an die starke, leidensfähige, unemotionale Männlichkeit“
Wie wandlungsfähig Schauspieler sind, erkennt man selbst ja am besten daran, dass man sich plötzlich beim Schauen eines Films dabei erwischt, dass man denkt: Ist das der aus dem Film? Bei Johannes Hegemann kam der Moment für mich tatsächlich erst nach dem Ende von „Olivia“, weil ich dann dachte: Er kommt mir irgendwie bekannt vor.…
-

Florian Stetter: „Wir würden daran zugrunde gehen, wenn wir es schaffen würden, uns wirklich vorzustellen, wie es damals war“
Als ich mit Florian Stetter im letzten Jahr ein Interview zu „Katharina Tempel“ gemacht habe, haben wir am Rande auch über seinen Film von 2015, „Nackt unter Wölfen“ gesprochen. Es war wirklich nur ein Nebensatz, aber ich meinte damals: Vielleicht schaue ich mir den Film dann jetzt doch mal an. Es ist nicht so, dass…
-

Özlem Sağlanmak: „Wir müssen uns in den Erfahrungen anderer gespiegelt sehen“
Özlem Sağlanmak spielt in „Nachbeben“ die Ärztin Alex, der ein folgenschwerer Fehler geschieht. Sich das anzuschauen, ist sicherlich kein Feel good Moment. Aber die Möglichkeit den eigenen Umgang mit Fehlern zu hinterfragen. Mich hat der Film lange beschäftigt, ich wünsche euch das auch. Und als ich Özlem Sağlanmak dann zum Interview treffen konnte, war genau…
-

Tom Keune: „Ich glaube, der Wille, sich mit dem Gegenüber auseinandersetzen zu wollen, ist der Schlüssel, um wirklich weiterzukommen.“
Tom Keune in seiner Rolle als Robert Ley in „Nürnberg“ zuzugucken, ist schon erschreckend. Was in dem Fall aber ein gutes Zeichen ist, denn er spielt den überzeugten Nazi so glaubhaft, dass man ihm eben wirklich abnimmt, in wieviel Selbstmitleid dieser Mann 1945 zerflossen ist, als ihm wegen seiner Verbrechen der Prozess gemacht werden sollte.…
-

Zinnini Elkington: „Wir vergessen, wie zerbrechlich das Leben ist“
Das Interview mit Zinnini Elkington war intensiv. Sehr gut, aber sehr intensiv. Weil es all die Punkte berührt, bei denen wir uns schwach und einsam und allein fühlen. Scham, Fehler, Perfektion, das eine wollen wir vermeiden, das andere unbedingt erreichen. Ist aber gar nicht möglich, das wissen wir rational auch. Aber unser Gefühl sagt etwas…
-

Gewinnspiel: Meine Freundin Conni – Abenteuer mit Kranich Klaus
Ich weiß, ich weiß, an Conni mit der roten Schleife im Haar scheiden sich die Geister. Obwohl sie irgendwie zu einer Kindheit auch dazu gehört, denn sowohl Conni als auch ihr Bruder Jakob erleben eben das, was die allermeisten Kinder so in ihrem Alltag erleben. Da ist nichts überdrehtes, unwirkliches, besonderes dran, sondern Alltag, den…
-

Sigrid Klausmann: „Wir müssen Verantwortung füreinander übernehmen und solidarisch sein, auch mit Menschen, die wir vielleicht gar nicht kennen“
Kennt ihr das, dass ihr Filme schaut, bei denen ihr denkt: Will ich mich dem wirklich aussetzen? Handelt es sich dabei um einen Dokumentarfilm, komme jedenfalls ich mir immer auch feige vor. Denn ich muss / darf mir das alles anschauen, während andere das erleben müssen. Deswegen habe ich ein großes Herz für Dokumentarfilme und…