Welche großen Träume habt ihr denn so? Gar nicht so einfach zu beantworten, wenn man ad hoc danach gefragt wird. Im Interview mit Tomomi Themann hat sich die Frage aber ganz natürlich ergeben und zum Glück hatte die Schauspielerin dann doch einige ziemlich coole Träume. Anlass fürs Interview war ihre Rolle „Eks“ in „Stardust Hotel“, einer Serie, in der wir die Erde nur noch als schönen Ball aus dem Weltall bestaunen können und in der generell einiges ganz schön anders ist, als wir es bisher gewohnt sind.
Wir haben uns schon mal bei den Interviews zu „Die Schule der magischen Tiere“ getroffen, deswegen ist meine Einstiegsfrage: Wie schwer ist es, von diesem Hype wegzukommen?
Tomomi Themann: Muss ich davon überhaupt wegkommen, um weiterzumachen? Mir hat diese Zeit super viel gegeben. Es war mein erstes großes Kinoprojekt, ich habe tolle Leute kennengelernt und erlebt, wie es ist, bei so einer großen Premiere dabei sein zu dürfen. Ich möchte all das nicht hinter mir lassen. Diese Erfahrungen packe ich in meine kleine Schatztruhe und hole sie raus, wann immer ich ein bisschen Motivation brauche.
Du hast also keine Angst, dass du zukünftig eher für diese Art von Rollen besetzt wirst?
„Stardust Hotel“ hat mir gezeigt, dass ich auch ganz andere Charaktere spielen kann. Meine Rolle Eks hat so viele Facetten, ist älter als Miriam aus „Die Schule der magischen Tiere“. Mir hat es emotional schon geholfen, jetzt jemanden zu spielen, die meinem Alter ähnlicher ist. Eks ist als Figur Anfang 20, ich war gerade 20, als ich sie gespielt habe.
Am Ende sind wir Schauspielende, unser Beruf ist es, verschiedene Rollen zu verkörpern und jeder Rolle, die wir spielen dürfen, auch einen Teil von uns selbst zu geben. Zu Miriam habe ich nur positive Gefühle, werde auf der Straße auch mal „Miri“ genannt, darauf bin ich sehr stolz. Für mich ist diese Verwechslung durch Kinder keine Bedrohung, sondern ein wunderschönes Kompliment.

Jetzt spielst du Eks. Was magst du an ihr und wieso hast du dich dafür entschieden, sie zu spielen?
Beim Casting habe ich eigentlich für eine andere Rolle vorgesprochen, nämlich für Eks’ Schwester Yakumi. In der Maske saß ich dann mit Silke Sollfrank, die bei „Die Schule der magischen Tiere“ mein Stunt-Double war, und wir haben darüber gesprochen, was bei uns gerade so ansteht. Dabei haben wir festgestellt, dass wir beide beim selben Casting waren. Es war ein total schöner Zufall und wirklich ein witziger Moment, dass wir ausgerechnet beide für dieses Projekt im Rennen waren – und am Ende sogar gemeinsam darin spielen durften.
Silke kannte den Regisseur Simon Ostermann bereits, und irgendwann haben wir ihm einfach ein Foto von uns geschickt. Dabei kam ihm die Idee, dass wir mit unserer Ähnlichkeit eigentlich perfekt Schwestern spielen könnten. So bin ich schließlich auf die Rolle Eks gekommen. Ich mochte den Gedanken sofort, weil es sich angefühlt hat, als würde sich eine schöne Zusammenarbeit aus „Die Schule der magischen Tiere“ ganz natürlich im nächsten Projekt fortsetzen.
Aber warte, Eks als Rolle gab es schon? Du hast nur nicht dafür vorgesprochen.
Eks war tatsächlich zunächst eine männliche Rolle. Deswegen habe ich darüber gar nicht nachgedacht, sondern einem Freund beim Castingvideo geholfen. Ich fand die Rolle schon spannend. Eks ist super witzig und wie mein Freund den gespielt hat, das hat mir total gut gefallen. Dass ich am Ende das Angebot für Eks bekomme, damit habe ich nie gerechnet. Mir hat das auch nochmal eine ganz neue Perspektive für das Projekt gegeben, weil Eks so ein Gefühlsmensch ist, im Vergleich zum Rest der Crew.

Eks hat eine offene, impulsive Art, die überlegt nicht, ob sie für irgendwen too much ist. Wir sollten vielleicht manchmal alle ein bisschen mehr so sein und weniger in unserem Kopf und mit der Sorge beschäftigt, ob wir zu viel Raum einnehmen.
Auf jeden Fall. Das war auch die Erfahrung, die ich mit Eks gemacht habe. Man wächst auch ein bisschen mit so einer Figur zusammen, wenn man anfängt, sie zu spielen. Die Figur lernt von einem selber und man lernt aber auch von der Figur. Und ich habe gemerkt, wie schön sich das anfühlt, in manchen Momenten aus dem Kopf rauszugehen. Ich bin im Alltag und auch im beruflichen Kontext ein sehr verkopfter Mensch. Es war schön zu merken, dass es mir viel gibt, wieder mehr im Herzen zu sein, auf mein Bauchgefühl zu hören. Dieses Learning habe ich Eks zu verdanken.
Lass uns doch mal über Hotels sprechen. Was machst du da gern?
Für den Vibe mache ich in Hotels tatsächlich den Fernseher an und gucke dann das, was da gerade läuft. Das mache ich sonst nie. Ich glaube, das ist der Geist der Gesellschaft, dass man auf seine Bedürfnisse hört und dann schaut, was man schaut, wenn es sich gut anfühlt, nicht, wenn das TV-Programm einem das vorgibt. Im Hotel ist das eine Ausnahme.
Ich schätze das Angebot von Mediatheken, da kann man echt viele coole Filme und Serien gucken. Wie zum Beispiel „Stardust Hotel“. [Sie lacht]

Was ist dir denn generell in Hotels wichtig?
Ein gutes Bett und gemütliche Kissen. Wenn die Matratze groß ist und dann auch noch ohne Bettritze, ist das schon Premium. ;))
Wenn du selbst ins Stardust Hotel einchecken würdest, was wäre dein Highlight?
Der Foodplotter! Den fand ich so cool. Die Gelatine-Würfel waren leider nicht so schmackhaft, aber es hat mir sehr viel Spaß gemacht, so zu tun, als hätten sie alle unterschiedliche Geschmacksrichtungen. Wenn die also in der Realität wirklich nach unterschiedlichen Dingen schmecken könnten, wäre das mein absolutes Highlight.
Eks hat große Träume. Was ist ein großer Traum von dir?
Ein großer Traum ist mit dem Schauspiel schon in Erfüllung gegangen. Da kommen immer neue Teile dazu, von denen ich vorher gar nicht wusste, dass sie Teil meines Traums sein könnten. Ich wollte so gern mal eine Prinzessin in richtig schönen Kleidern spielen und darf das gerade tun.
Ich möchte auch unbedingt gern einen Flügel haben, weil ich mir das so richtig romantisch vorstelle. Ich liebe Klavierspielen, setze mich da gerne ran, wenn mir alles zu viel wird, improvisiere Lieder oder schreibe sie. Auf einem Flügel ist der Klang besonders und groß und das wünsche ich mir.
Was würdest du vermissen von der Erde, wenn du vom „Stardust Hotel“ aus noch auf sie runterschauen könntest?
Das Meer. Generell die Natur. Wald, Meer, Strand, all das. Und frische Luft. Und Gummibärchen. Das habe ich die ganze Zeit gedacht, als wir „Stardust Hotel“ gedreht haben, dass es da keine Gummibärchen gibt. Ich liebe Gummibärchen.
Aber jetzt fällt mir doch ein dritter Traum ein. Ich möchte meine eigenen Gummibärchen haben! Ich habe einen ganz hohen Anspruch an das perfekte Gummibärchen, wer da mit mir zusammenarbeiten möchte, bitte melden!
Wonach würden deine Gummibärchen denn schmecken?
Ich liebe Erdbeeren. Ich finde diese Mischung aus fruchtiger Frische und etwas Milchigem super. Oder Limonaden-Gummibärchen. Man könnte den Gummibärchen auch verschiedene Stimmungen zuschreiben, so „Gute-Laune-Gummibärchen“.
Ich glaube, man muss anderen Menschen von seinen Träumen und Wünschen und Ideen erzählen, statt zu versuchen, alles allein zu schaffen.
Dem stimme ich zu 100 Prozent zu. Darum geht es ja auch beim „Stardust Hotel“.
Man muss nicht jede Herausforderung alleine überstehen. Nia glaubt, wenn sie das Hotel verkauft, sind all ihre Probleme gelöst. Und dann merkt sie, dass sie statt Geld etwas viel Wichtigeres gefunden hat: eine Familie mit Zusammenhalt, Vertrauen und Unterstützung.

Die Serie ist auch eine Erinnerung daran, dass man sich seine Familie auch selbst suchen kann.
Für mich besteht eine Familie aus genau den Menschen, denen man vertraut und mit denen man sein kann, wie man sein möchte. Das hat nicht nur etwas mit Biologie zu tun.
„Stardust Hotel“ könnt ihr ab sofort in der ARD Mediathek anschauen. Ab 12. Juni laufen die Folgen auch bei ONE.
Wonach würden eure Gummibärchen schmecken?

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