Kati Stern im Interview mit Andrea Zschocher

Kati Stern: „Dankbarkeit prägt meinen Blick auf die Welt.“

Nach meinem Interview mit Kati Stern dachte ich vor allem eins: Ich wünschte, meine Kinder hätten auch mal Unterricht bei ihr. Denn die Kindermusikerin ist auch Grundschullehrerin und was sie so aus ihrem Schulalltag erzählt klingt, als hätten die Kinder da eine richtig gute Zeit. Der Grund fürs Gespräch: Kati singt zwei Songs für „Meine Freundin Conni – Abenteuer mit Kranich Klaus“, den ich aktuell noch im Kino schauen könnt.

Was bedeutet dir Musik?

Kati Stern: Musik bedeutet für mich alles. Sie gibt mir Kraft, gehört seit meiner Kindheit zu meinem Leben dazu. Wenn ich Musik mache, bin ich ganz bei mir und tanke auf.  

Wie kam es dazu, dass du den Titelsong und einen weiteren Song zum neuen Film „Meine Freundin Conni – Abenteuer mit Kranich Klaus“ singen konntest?

Ich bin sehr dankbar, dass ich meinen Produzenten Ivo Moring schon 25 Jahre kenne. Wir haben früher zusammen Musik gemacht. Über zehn Jahre hatten wir keinen Kontakt und als meine Kinder geboren wurden, hat er das mitbekommen und mich gefragt, ob ich noch Musik mache. So habe ich ein paar Jahre lang Studiogesang für Kindermusik gemacht.

Ich habe dann mit TikTok angefangen und mich ins Kinderzimmer gesetzt und Musik gemacht. Daraus ist „Kati Stern und Fumsi“ entstanden. In den letzten Jahren haben wir so viele coole Songs zusammen geschrieben und veröffentlicht. Schon das war jedes Mal ein Traum.

Jetzt die beiden Songs im Kinofilm zu singen, ist ein absoluter Höhepunkt. Ich saß auf der Couch, als Ivo mich per WhatsApp gefragt hat, ob ich da Lust drauf habe. Ich habe sofort zugesagt und dann sind erstmal die Freudentränen gekullert.

Kati Stern im Interview mit Andrea Zschocher
© Franca Moring

Wie war es dann, deinen Song zum ersten Mal live auf der großen Leinwand zu erleben? Du warst bei der Premiere in Hamburg ja dabei.

Ich habe den Film tatsächlich zuerst allein zuhause auf dem Laptop gesehen und dabei Tränen geweint. Es war unglaublich emotional, die Geschichte zu erleben und dann plötzlich die beiden Songs im Film zu hören. In diesem Moment wurde mir erst richtig bewusst, dass ich tatsächlich den Soundtrack für Conni eingesungen habe, eine Figur, die unsere Familie seit vielen Jahren begleitet.

Die Premiere in Hamburg war dann noch einmal etwas ganz Besonderes: die große Leinwand, das Filmteam, der rote Teppich und schließlich der Auftritt im Kinosaal. Als die Kinder beim Singen mitgemacht und mit mir wie Kranich Klaus „in den Süden geflogen“ sind, hatte ich wieder Freudentränen in den Augen. Das war ein Moment, den ich nie vergessen werde.

Du bist ja auch Grundschullehrerin und Mutter, machst Kindermusik. Dein ganzes Leben hat im Prinzip mit Kindern zu tun. Wird dir das manchmal zu viel?

Nein, mir gibt das viel Kraft. Ich liebe die kindliche Sichtweise auf unser Leben und habe die auch für mich übernommen. Dankbarkeit prägt meinen Blick auf die Welt. Natürlich gibt es auch im Lehrerberuf auch kräftezehrende Tage, aber ich konzentriere mich lieber auf das Gute und auf das, was mich erfüllt. Diese Sichtweise möchte ich mir erhalten und sie auch an andere weitergeben, an meine Kinder, meine Schülerinnen und Schüler und an die Kinder, die meine Musik hören. Ich sehe das als Geschenk an, Lehrerin sein zu dürfen und Kindern etwas beizubringen.

Als ich 2014 im Lehrberuf angefangen habe, war das natürlich noch ziemlich anstrengend, ein Lehrerinnenjob ist herausfordernd, vor allem mental. Aber Kindern etwas beizubringen, sie ins Leben begleiten zu dürfen, sie zu prägen, das ist auch etwas ganz Besonderes.

Ich erhalte mir mein inneres Kind auch dadurch, dass ich täglich mit Kindern zusammen bin.

Dass ich mich offiziell als Künstlerin bezeichnen kann, die Musik für Kinder macht, das gibt mir ebenfalls viel Kraft. Ich will nicht nur meine Kinder oder die in meiner Klasse glücklich machen, sondern ganz viele Kinder, die sich von meiner Musik berühren lassen.

Was macht denn gute Kindermusik aus?

Gute Kindermusik ist Musik, die ins Herz geht, die mit echten Instrumenten produziert und von Menschen geschrieben wurde. Alles ohne KI. Wir machen Musik, um Kinderherzen zu berühren, nicht um auf Spotify einen neuen Song zu veröffentlichen.

Ich habe auch immer Lust, auf die Bühne zu gehen, bin ein absoluter Bühnenmensch. Mit den Kindern zu interagieren, das finde ich schön. Sie sind so ehrlich, man weiß genau, ob sie etwas gut finden oder nicht.

Kati Stern im Interview mit Andrea Zschocher
© Franca Moring

Was inspiriert dich zu neuer Musik?

Ich mache mir im Alltag Notizen in mein Handy, weil mir viele Ideen für Kinderlieder kommen. Ich saß zum Beispiel mal im Kinderzimmer mit meiner Gitarre im Doppelstockbett und hab dann „brumm brumm“ gemacht, weil mein Sohn Bagger liebt. Das habe ich mir dann notiert, weil ich daraus einen Song machen wollte, und das an Ivo geschickt. Karsten Ruddigkeit überlegt sich dann die Strophen. Ich bin auch sehr dankbar ihn kennengelernt zu haben. Er ist ein wundervoller Texter und findet immer die schönsten Worte. Wir arbeiten zu dritt als Songwriter-Team zusammen, weil das einfach unglaublich gut funktioniert. Wir verstehen uns sehr gut, haben viel Freude an der gemeinsamen Arbeit und sind zusammen oft erstaunlich schnell und kreativ.

Mir kommen überall Geistesblitze, auch in der Schule. Da machen wir dann auch schon mal ein Schulmusical, weil ich so viel davon schwärme. Das sind wirklich tolle Erfahrungen, nicht nur als Künstlerin, sondern auch als Lehrerin, wenn wir solche Sachen auf die Beine stellen können.

Und wollen deine Kinder Teil deiner Musik sein oder nehmen sie da eher Abstand?

Mein Sohn ist erst dreieinhalb, der freut sich über den Bagger- und den Dinosong. Da war er einfach meine Inspiration. Meine Tochter ist sieben, sie hat auf einem Lied auch schon mitgesungen. „Mama, die Beste, die es gibt“ heißt das und beim Aufnehmen dachte ich: Da fehlt noch eine Kinderstimme. Wir haben das dann im Schlafzimmer aufgenommen, wer genau hinhört, kann sogar ihr Lächeln am Ende des ersten Refrains hören.

Die Musik Kati Stern und Fumsi findet ihr auf allen Streamingplattformen und in den Sozialen Medien auf Instagram und TikTok.


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