Der neue „Star Wars Mandalorian & Grogu“-Film ist ab heute in die Kinos und bevor ihr verwundert wegklickt, weil der Film so gar nicht zu meiner Seite passen will: Oh doch, schaut ihn euch an. Ich habe vorher noch nie einen Star Wars-Film gesehen, habe mit dem ganzen Universum einfach nichts am Hut und konnte mich da auch noch nie für begeistern, aber dieser Film hat mich total abgeholt.
Das beantwortet vielleicht auch die drängendste Frage: Kann man „Star Wars Mandalorian & Grogu“ gucken, wenn man die Serie auf Disney+ nie gesehen hat? Wenn man Star Wars nicht kennt und nicht mal eine wirkliche Ahnung, was genau da im Sternenkrieg eigentlich wirklich passiert? Auf mich treffen alle drei oben genannten Punkte zu, und ich habe mich trotzdem sehr gut unterhalten gefühlt. Das liegt vor allem am Mandalorian, gespielt von Pedro Pascal und Grogu, gespielt von insgesamt fünf Puppenspielern.

Emotionen ohne Worte und Gesicht
Ich finde es extrem faszinierend, dass jemand, dessen Gesicht man nie sieht soviele Emotionen in seine Rolle bringen kann. Und dass jemand, der keine Worte hat, soviel sagen kann. Wenn ihr eher auf der zartbesaiteten Seite steht (da halte ich mich auf, ich mag keine Brutalität in Filmen und würde mir niemals einen Horrorfilm anschauen), geht „Star Wars Mandalorian & Grogu“ schon auch an Grenzen. Manche Geschöpfe sind einfach gruselig, es gibt mindestens einen Jump Scare, der mich, wie es ja auch sein soll, sehr unvermittelt getroffen hat. Aber all das trägt letztlich zum Filmerlebnis bei. Sehr viel inhaltliche Handlung solltet ihr nicht erwarten, das störte mich aber wirklich gar nicht, weil für mich das visuelle sehr im Vordergrund stand.
Ich habe mich wirklich die gesamte Zeit in dieser anderen Welt gefühlt, hab meinen Alltag vergessen und gedacht: Wow, was für eine besondere Verbindung haben Grogu und Mando eigentlich miteinander. Und genau das wollte ich dann von Pedro Pascal auch in der Pressekonferenz wissen. Ich muss vielleicht nochmal kurz über Pressekonferenzen zu sprechen kommen, weil sie noch mal anders als Interviews funktionieren. Das ist mir nämlich leider schon mal sehr direkt vor Augen geführt worden, lustigerweise ebenfalls bei einer Pressekonferenz mit Pedro Pascal.

Pressekonferenz mit Pedro Pascal
Pressekonferenzen eignen sich NICHT für deepe Fragen. Es herrscht ein hoher Zeitdruck, es gibt in der Regel vorher und/oder nachher Interviews, in denen ausgewählte Journalist*innen tiefergehende Fragen stellen können. An der Pressekonferenz können meist mehr Menschen teilnehmen und haben zumindest die Chance, eine Frage zu stellen. Allerdings, es ist zeitlich oft so limitiert, der*die Moderator*in stellt schon viele eigene Fragen um eine möglichst große Bandbreite an Themen abzudecken, es ist also alles etwas angespannt.
Jedenfalls habe ich mal in einer Pressekonferenz eine Frage gestellt, auf die dann anschließend sehr viel Schweigen folgte. Weil die Frage zu komplex war, nicht mal so eben aus dem Stehgreif zu beantworten. Ich wollte damals wissen, welche Themen sich, außer Kinderwunsch (was ein Thema im Film war) nicht für den Smalltalk eignen. Nachdem ich die Frage zuende gestellt haben, wurde es absolut still im Raum. Für Sekunden, die sich in so einer Situation natürlich viel länger anfühlen. Steven Gätjen hat als Moderator der PK damals versucht, die Situation zu retten, aber es war einfach wie es war.

„Are you in love? Are you heartbroken?
Weiter gings mit Fragen, ich bin auf meinem Stuhl zusammengesunken und hab gehofft, dass sich die Erde bitte auftun möge. Und dann meinte Pedro, als die nächste Frage dran war, er hätte eben doch eine Antwort auf meine Frage. Die Themen, die sich nicht für Smalltalk eignen, seien aus seiner Sicht: „Are you in love? Are you heartbroken?“. Das Feedback, was ich nach der PK oft bekommen habe, war, wie nett das war, dass Pedro Pascal mich da gut hat dastehen lassen, was für ein guter Typ er doch ist. Stimmt auch, er hätte ja nichts mehr sagen müssen, der Moment war schon vorbei. Mich hat tatsächlich aber eher beschäftigt, wie lange ich mich selbst dafür verurteilt habe, diese Frage gestellt zu haben. Dabei ist es, wie so oft im Leben, eben manchmal ein Hit & Miss. Passiert, schwamm drüber, weiter machen. Und ich habe ja auch aus dieser Erfahrung etwas gelernt.
Diesmal habe ich also eine Frage gestellt, die besser zum Format einer Pressekonferenz passt und trotzdem die war, die mich wirklich interessiert hat. Warum werden so viele Menschen weltweit von der Beziehung zwischen Grogu und dem Mandalorian berührt, wollte ich von dem Panel, das aus Sigourney Weaver, Pedro Pascal und Jon Faverau bestand, wissen.

Grogu & Mandalorian und ihre Beziehung
Pedro Pascals Antwort: „Es ist eine sehr nachvollziehbare Eltern-Kind-Beziehung. Eine, die widerwillig beginnt. Es fesselt uns, dass so ein einschüchternder Charakter, eine Person, die sich von Kopf bis Fuß in einer Rüstung und mit Waffen von der Welt abschirmt, auch ganz anders sein kann.
Er schirmt sich auch vor sich selbst ab, sein einziger Modus ist Kampf. Und dann ist da dieses verletzliche Wesen, das ihn daran erinnert, dass unter all dieser Rüstung ein Mensch steckt. Je besser wir die Charaktere kennenlernen, umso mehr entwickelt sich die Geschichte der Beiden.
Außerdem gibt es auch noch die brillante visuelle Darstellung dieser Beziehung. Man hat auf der einen Seite diesen Kerl, einen echten Badass und auf der anderen dieses absolut entwaffnende, verletzliche Wesen, der über die wahre Macht verfügt.
Es ist etwas sehr Menschliche, mit dem man sich identifizieren kann.“
Lasst euch also im Kino von dieser Beziehung verzaubern.
Star Wars Mandalorian & Grogu läuft ab sofort im Kino. Schaut ihn, wenn ihr mögt, gern im Original, denn es gibt mehrere Synchronsprechende, für die es sich lohnt. Und natürlich ist auch die Stimme von Pedro Pascal im Original sehr berührend.

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