Jacob Drachenberg im Interview mit Andrea Zschocher

Jacob Drachenberg: „Wenn mich Gedanken krank machen können, können sie mich dann auch gesund machen?“

Stress ist ein Dauerthema bei den meisten von uns. Weil wir alle immer mehr in unserem Leben zu tun haben. immer mehr gleichzeitig machen wollen (oder gefühlt müssen). Da auch mir das Thema ja überhaupt nicht fremd ist, dachte ich mir, es ist an der Zeit sich mal mit jemandem zu unterhalten, der Stress zu einem seiner Lebensthemen gemacht hat.

Jacob Drachenberg hat mit „Stress dich richtig„* ein Buch veröffentlicht, dass euch Stress auf eine ganz neue Art nahe bringen will. Wie der Psychologe selbst zu diesem Thema kam, was wir über Stress lernen können und wie wir richtig mit ihm umgehen, das erfahrt ihr im Interview.

Jacob, wie bist du zum Thema Stress gekommen?

Jacob Drachenberg: Das Thema ist zu mir gekommen. Ich habe lange Zeit Leistungssport gemacht, ich war Profi-Wasserballer. Immer in der Kapitänsrolle, tägliches Training, zweimal die Woche Frühtraining, immer Vollgas. Ich war sehr erfolgreich, habe in der ersten Bundesliga gespielt. Mein Glaubenssatz damals war: Wenn ich was erreichen will, muss ich mich anstrengen. Wenn ich etwas noch nicht geschafft habe, muss ich mich noch mehr anstrengen. Liebe ist Leistung, das heißt, wenn ich leistungsfähig und erfolgreich bin, dann kriege ich Aufmerksamkeit, dann spiele ich. Wenn ich viele Fehler mache, spiele ich nicht.

Das ist allerdings auch relativ binär am Leistungssport. Da fragt doch keiner, was die eigenen Bedürfnisse sind, warum man nicht performt, da wird man irgendwann einfach ersetzt. Wenn es 13 Plätze für die U21-EM gibt und du nicht gut genug spielst, dann bist du eben nicht dabei. Da gibt es kaum Graubereiche.

Ich habe dann angefangen, Psychologie zu studieren, habe viel Party gemacht und war noch Werkstudent. Ich habe um den Europapokal gespielt, etwas, das lange Zeit ein Ziel von mir war. Ich war auf dem Höhepunkt von dem, was mir in verschiedenen Lebensbereichen wichtig war. Aber wie das so ist mit Höhepunkten: Es geht nicht immer höher. Ich bin dann abgestürzt, habe eine schwere Depression entwickelt, 20 kg Übergewicht, habe große Scham entwickelt, mich vor meinen Mitbewohnern in der WG versteckt. Dann ging’s in die Psychiatrie, Psychotherapie, Suizidgedanken.

Ich habe sechs Monate lang die schwärzeste Phase meines Lebens durchlebt. Ich habe mich dann mit der Überlegung beschäftigt: Wenn mich Gedanken krank machen können, können sie mich dann auch gesund machen? Ich wollte mein Leben ja nicht ziellos leben, nichts mehr machen, nie wieder Erfolg haben. Meine Idee war nach der Zeit ja nicht, dass mir alles egal ist und ich mich auf einen Stein zurückziehe, um nur noch Eckhart Tolle zu hören und permanent nur im Moment zu sein. Ich weiß, dass das ein super Tool ist, aber ich kriege das nicht länger als zehn Sekunden hin. [Er lacht]

Und was hast du gemacht?

Ich war auf der Suche nach der Brücke zwischen Leistung und Gesundheit, zwischen Anspruch und Lebensfreude, zwischen Standards und Gelassenheit. So bin ich beim Thema Stresskompetenz gelandet. Stresskompetenz beschäftigt sich mit Themen wie Selbstfürsorge, Abgrenzung, Werte, Bedürfnisse und Erwartungshaltungen. Man lernt das eigene Nervensystem sowie Sympathikus und Parasympathikus verstehen.

Ich habe das für mich entdeckt und probiere seitdem, die Person zu sein, die ich damals gebraucht hätte. Vor zehn Jahren habe ich mich dann mit dieser Idee selbstständig gemacht.

Okay, das war jetzt ein Schnelldurchlauf zu deinem Werdegang. Ich würde gern darauf eingehen, dass du schwere Depressionen und Suizidgedanken hattest. Du sagst selbst, dass das sechs sehr schwere Monate waren. Aber danach ist ja nicht alles easy. Und in der Zeit selbst natürlich auch nicht.

Nein, da war gar nichts easy. Ich verstehe, dass das ein falsches Bild vermitteln kann, wenn man das jetzt so liest. Ich bin da ganz offen, ich kann dir von Antidepressiva, vom Schämen, Verstecken, sich schuldig fühlen und zweimal die Woche Psychotherapie alles erzählen. Ich war wochenlang in der Psychiatrie.

Dort hat sich jemand, mit dem ich vorher noch Fußball geguckt habe, umgebracht. Ich hatte Angst vorm Leben, aber Gott sei Dank auch Angst vor dem Tod.

Mir kam es vor, als sei das Lenkrad, mit dem ich vorher gut durchs Leben gesteuert habe, plötzlich falsch eingestellt. Ich habe immer genau das Gegenteil von dem bekommen, was ich wollte. Mein Glaubenssatz, dass ich mich nur genug anstrengen muss und dann wird alles besser, der hat mir auch überhaupt nicht geholfen.

Wie hast du es geschafft, den ersten Schritt da rauszugehen? Wie hast du um Hilfe gefragt, den Entschluss gefasst, dir helfen zu lassen? Denn bei Depressionen wird’s ja nicht von allein wieder besser.

Es ging einfach nicht mehr weiter. Ich war der Kapitän vom Wasserballteam in der ersten Bundesliga. Das ging sowohl auf körperlicher als auch auf mentaler Ebene einfach nicht mehr. Da war der erste Schritt dann, diese Position abzugeben. Ich konnte mich selbst nicht mehr führen, wie hätte ich da ein Team führen können?

Jacob Drachenberg im Interview mit Andrea Zschocher
© Jonas Sjarov

Was heißt: Es ging nicht mehr? Was hast du gefühlt?

Ich war körperlich nicht mehr leistungsfähig. Ich habe ganz viele Fehler gemacht. Ich hatte Angst, ich habe mich vor Leuten versteckt, konnte keinen Smalltalk mehr halten. Mir war es so peinlich, die Kapitänsrolle abzugeben. Ich habe mich richtig geschämt und mich so schuldig gefühlt, dass ich meinem Team erzählt habe, ich hätte ein Herzproblem.

Das war natürlich auch nicht toll, das Team zu belügen. Denn dann kamen Leute zu mir, haben mir Termine mit Herzprofis besorgt. Dann musste ich zugeben, dass es nicht mein Herz war. Ich habe dann gelogen und gesagt, es war ein Burnout.

Dann ging’s zum Hausarzt, der eine schwere Depression diagnostiziert hat und eine Überweisung zu einer Psychiaterin, die auch Psychotherapeutin ist, ausgestellt hat. Das hat alles auch seine Zeit gedauert. Weil man nicht gleich einen Termin bekommt. Meine Eltern haben mich unterstützt und weil ich nicht sofort eine Therapeutin gefunden habe, war ich dann erst mal in der Psychiatrie.

Du sagst, deine Eltern haben dich unterstützt. Wie schwer war es für dich, mit ihnen darüber zu reden?

Es ging nicht anders, ich hatte das gar nicht geplant. Aber beim Essen mit ihnen bin ich einfach zusammengebrochen und habe ihnen gesagt, dass ich Suizidgedanken habe.

Solche Gedanken sind maximal stressig. Und ich weiß, dass Stress DEIN Thema ist. Deswegen lass uns darüber reden: Was stresst uns denn am meisten in der heutigen Zeit?

Stress ist meistens eine Selbstwert-Herausforderung. Viele Stressfaktoren, die wir haben, sind davon beeinflusst. Da gibt es Gedanken wie: Wenn ich doch nur perfekt bin,dann bin ich wertvoll. Wenn ich doch nur erfolgreich bin, eine glückliche Partnerschaft habe, dann fühle ich wertvoll. Wenn ich doch nur sportlich und/oder gesund bin, dann bin ich wertvoll.

Stress ist der Konflikt zwischen Realität und Erwartung. Das kann sehr positiv sein, wenn ich mir ein Ziel setze, eine Erwartung habe und die Stressenergie dafür ausnutze. Oder ich überfordere mich so sehr, dass ich im chronischen Stress lande.

Wie merke ich, dass ich im chronischen Stress gelandet bin?

Auf körperlichen Ebenen gibt es Bluthochdruck. Den nennt man nicht umsonst den stillen Killer, weil man davon lange nichts merkt. Ich rate immer dazu, mal über drei Tage den Blutdruck zu messen und die Werte dann überprüfen zu lassen.

Die anderen Symptome sind auch nicht viel leichter zu erkennen, denn sie kommen und gehen. Und du darfst auch nicht vergessen, dass für jeden Menschen ein anderes Stresslevel normal ist. Es können zwei Menschen die gleiche Art von Stress haben und bei der einen ist es chronischer Stress und bei der anderen ein gutes Level von An- und Entspannung.

Öfter Kopfschmerzen haben, einen trockenen Mund, stärkere oder andauernde Veränderungen im Ess-, Trink- oder Schlafverhalten, eine veränderte Beziehungskommunikation, all das kann auf chronischen Stress hindeuten.  Es kann aber auch eine mentale, emotionale oder körperliche Copingstrategie sein, dass der Magen durcheinanderkommt. Dann kriegen Leute Probleme auf der Toilette, essen zu viel oder zu wenig, brauchen abends auf einmal eine Flasche Wein, um runterzukommen. Unser System probiert ja von allein schon ganz schön viel, um in den Ausgleich zu kommen. Es ist nur langfristig keine gute Strategie.

Wenn wir solche Veränderungen an uns bemerken, dann gibt es ja oft den Tipp, es ein bisschen ruhiger angehen zu lassen, mal ein bisschen zu entspannen. Aber das hilft doch gar nicht.

Ich sage das Gott sei Dank nicht! [Er lacht]

Es würde schon helfen, Pause zu machen. Das Problem ist nur: Wenn wir chronischen Stress haben, wenn wir zweifeln, Sorgen haben und uns überfordert fühlen, werden all diese Gefühle nicht durch eine Pause verschwinden.

Wir haben Themen aus der Vergangenheit, die wir mit uns herumtragen. Die können durch eine Pause sogar verstärkt werden. Beim Thema Langeweile sind wir ganz schnell beim Aushalten von Gefühlen, und das ist wahrscheinlich der größte Blocker für Entspannung. Stress lenkt uns ja auch ab. Wir sind dann beschäftigt, können uns gebraucht fühlen, nach etwas streben.

Ist es langfristig gut, mehr Pausen zu machen? Sicher, weil dann die Themen, die für einen wichtig sind, hochkommen. Dann kann man sich die mal angucken.

Aber da muss man dann auch hingucken wollen.

Genau! Und wollen ist beim Stress generell schwierig. Denn Stress bedeutet: unbewusst, schnell und automatisch. So ist Stress! Wenn es hier jetzt brennt, dann will ich nicht, dass wir achtsam auf den Moment gucken. Dann will ich schnell und unbewusst handeln können.

Was zum Thema Gucken wollen auch wichtig ist: Da ist ganz viel Scham und Angst vor Bewertung. Wenn ich dich jetzt zum Beispiel frage, ob du noch einen Keks für mich hast, dann kann das in mir Stress auslösen, weil ich weiß, dass wir hier für das Gespräch und nicht für Kekse sitzen und dann geht’s an meinen Selbstwert. Ich habe Angst vor Ablehnung, weil du dann vielleicht etwas Schlechtes über mich denkst. Es hat also nicht immer nur etwas mit dem Wollen zu tun. Bei Stress übernimmt unser Nervensystem die Steuerung, und das ist vor allem auf Schutz ausgelegt. Das will, dass wir überleben.

Das ist auch die klassische Situation vieler Eltern. Die Sorge, dass die anderen Eltern urteilen, wenn man zum Kuchenbasar keinen selbstgebackenen Kuchen mitbringt. Also macht man den auch noch, obwohl es so sehr nervt. Hat der Stress von Eltern eigentlich zugenommen?

Ich kenne keine Statistiken dazu. Aber ich bin auch Papa. Vor der Geburt meines Kindes hätte ich gesagt, dass man da gar nichts zu sagen sollte, weil man es nicht selbst erlebt. Es ist ein bisschen so, wie wenn wir zusehen, wie Cristiano Ronaldo im Finale nach links schießt und der Ball gehalten wird. Dann sagen wir: „Also ich hätte nach rechts geschossen.“ Aber erstens steht man nicht in diesem Moment auf dem Platz, hat einen Puls von 120. Und zweitens ist es im Nachhinein immer alles einfacher zu sagen, was schlauer gewesen wäre.

Um auf deine Frage zurückzukommen: Ich glaube, zwei Dinge sind wahr. Es ist für Eltern einerseits entspannter geworden, weil es mehr Infos gibt. Es gibt Mom- und Dadfluencer, Podcasts, Bücher. Es gibt viele Informationen über Bedürfnisorientierung, Bindungsstile und so weiter. Das heißt, man ist mit vielen Fragen nicht mehr alleine. Auf der anderen Seite ist der Stress mehr geworden, denn ich kann mehr lesen, weiß, wie es besser gehen würde. Wenn man es quasi trotz des Wissens vermeintlich nicht hinbekommt, stresst das aber sehr.

Siehst du das bei den Vätern auch? Oder lehnen die sich weiterhin eher entspannt zurück?

Ich kann da keine generelle Aussage treffen, ob es für sie stressiger geworden ist. Der Anspruch unserer Gesellschaft an Väter ist je nach individueller Bubble sehr unterschiedlich. Die Boomerväter hatten vielleicht einen individuellen, aber keinen gesellschaftlichen Anspruch, präsent zu sein. Wollten sie Gefühle halten, Gleichberechtigung bei der Care-Arbeit? Heute ist das schon anders, denke ich.

Ich glaube, diese klare patriarchale Trennung ist entspannter für die Väter und stressiger für die Frauen. Es kann aber auch sein, dass es im Herzen für die Boomerväter stressiger war, weil sie ihr Kind vermisst haben. Es gibt ja ein evolutionäres Bedürfnis danach, Caregiver zu sein. Die Väter, die morgens ins Büro fahren und abends wiederkommen, die gibt es heute auch noch. Und das macht sie nicht zu schlechten Vätern. Es ist auch ein Privileg, dass man eine Entscheidung treffen kann, es anders zu machen.

Elternzeit zu nehmen, zeitweise auf ein Gehalt zu verzichten, das erzeugt finanzielle Sorgen und auch Drucksituationen. Einem Vater, der in einem Logistikzentrum Tag- und Nachtschichten übernimmt, Vorwürfe zu machen, warum er nicht präsenter ist, ist nicht hilfreich. Wenn jemand Nachtschichten macht, dann kann er tagsüber nicht da sein. Weil er da schlafen muss.

Glaubst du, Mütter waren im Westen Deutschlands früher weniger gestresst, weil sie zum überwiegenden Teil Hausfrauen waren und nicht auch noch eine Erwerbsarbeit mit der Familie unter einen Hut bringen mussten?

Es gibt Leute, die sagen, der Feminismus ist selber schuld an dieser Situation. Früher war es einfacher: Du machst deinen Haushalt, bist eine Traditional Wife. Jetzt sollen Frauen ihre Erfüllung in der Karriere und im Haushalt finden, in der Kindererziehung, und wenn der Mann nach Hause kommt, dann soll der auch noch bekocht werden.

Und dann vergleichen sich Frauen vielleicht auch noch mit irgendwelchen Models, die zwei Monate nach der Geburt viel krasser aussehen als vorher.

Da sind wir wieder bei den negativen Auswirkungen von zu vielen Informationen.

Es gibt mehr Wissen, und ich glaube, das führt auch zu mehr Stress. Weil du die ganze Zeit überlegst, welchem Ideal du gerade nicht entsprichst und wie du dahin kommst.

Wie stehst du denn zu dem „Wenn-dann“-Thema? Also der Androhung: Wenn das Kind X nicht tut, wird Y passieren. Ich habe da schon viel Abenteuerliches zu gehört, unter anderem, dass man Kinder mit dieser Konsequenzandrohung fürs Leben schädigt.

Ich finde, man kann das nicht einfach so binär ableiten. Man kann doch nicht sagen: Wenn das und das passiert, dann kriegst du ein Trauma. Denn auch der Umgang mit Trauma ist unglaublich individuell.

Wenn man dieser Argumentation folgen würde, dass die Kinder ein Trauma davon bekommen, dann muss ja auch das Gegenteil stimmen. Wenn ich mein Kind perfekt erziehe, dann darf es keine Probleme kriegen. Was ist denn, wenn das Kind eine genetische Anfälligkeit hat und man gar nicht dran vorbeikommt? Das Thema ist komplex und hoch individuell.

Wie guckst du als Psychologe eigentlich auf all die Coaches? Was ist okay und wann wird’s gefährlich?

Ich habe einen Bachelor in Psychologie. Da könnte auch jemand kommen und sagen: Du hast keinen Master! Ein Konstrukt allein schützt einen nicht vor gefährlichen Machenschaften. Ein Psychologiestudium ist in erster Linie Statistik und Auswendiglernen. Wenn ich das gut kann, kriege ich eine gute Note und habe einen Abschluss. Kann ich deswegen Menschen gut begleiten? Nicht unbedingt.

Ich finde schon, dass die Regel „Wer hilft, hat recht“ ihre Berechtigung hat. Wenn ich einen inspirierenden Gedanken von jemandem mitnehme, dann ist mir egal, ob der sich Mineralstoffberater oder Mentor nennt.

Für manche Menschen ist eine Kompetenzzuschreibung wichtig. Aber ist sie das Einzige, was hilft? Es gibt gesellschaftliche Konstrukte, und ich finde schon, dass jemand, der mit Menschen arbeitet, die lebensgefährliche psychische Krankheiten haben, bitte eine Psychotherapie-Ausbildung macht. Es ist wichtig, dass das hart verfolgt wird und reglementiert ist.

Ich sehe aber auch bei Psychologen Gefahren. Auch Stefanie Stahl kann falsch verstanden werden. Man muss schon aufpassen, ein offizieller Titel schützt einen auch nicht davor, in eine Falle zu tappen. Aber man darf sich auch überall Inspiration holen.

Was genau meinst du mit Gefahren?

Wenn ich jetzt zum Beispiel einen Podcast aufnehmen würde, dann kann es für den einen total gut und für den anderen gefährlich sein. Deswegen ist mein Rat immer: Hau das bitte durch deinen individuellen Filter. Das ist superwichtig.

Wir dürfen auch nicht vergessen: Ich erzähle das alles aus einer privilegierten Position. Ich habe ziemlich viele Merkmale, die es mir die Gesellschaft einfacher machen. Ich bin ein Mann, ich bin weiß, bin groß, habe einen Abschluss, bin gebildet. Das sind alles keine Sachen, die ich mir erkämpft habe.

Was kann ich einer Person, die in einem anderen Kontext aufgewachsen ist, mitgeben? Ich kann versuchen zu helfen, aber ich muss auch immer wissen: Ich bin nicht in deinen Schuhen. Ich habe da große Demut und schaue, wo meine individuellen Grenzen auch beim Helfen sind. Ich kann probieren, Menschen zu erreichen, deren Probleme ich noch nie erlebt habe, und wenn es hilft, dann hilft es. Aber ich kann nichts versprechen.

Ich bin mir im Klaren darüber, dass ich meine eigenen Limitierungen auch weitergebe. Aber ich gehe offen damit um. Ich habe keine Hero-Geschichte, bei der ich nie wieder depressive Episoden hatte, weil ich Stresscoach bin. Es gab Aufenthalte in der Psychiatrie. Aber ich habe auch gar nicht den Anspruch, depressionsfrei zu sein.

Habe ich ein absolut gesundes Stressverhalten? Nein. Ich scheitere auch. Wenn Leute sich fragen, was ich ihnen denn beibringen kann, dann ist das vollkommen okay. Ich hoffe, ich kann andere inspirieren. Wenn ich dafür meine Geschichte erzähle, sehe ich mich als Medium für das, was daraus entstehen kann.

Mehr über Jacob findet ihr auf seiner Website: www.drachenberg.de und www.drachenberg.de/stress-coach. Die angesprochenen Podcasts findet ihr überall, wo ihr Podcasts hört. Sie heißen: „Stress dich richtig“ und „Stärke deine Stresskompetenz„.

Folgt Jacob doch gern auf Instagram und / oder LinkedIn.


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