Der Salzpfad Filmkritik

Der Salzpfad: Wer ist für euch da, wenn alles weg ist

Wie viele Menschen stehen an eurer Seite, wenn es wirklich hart auf hart kommt? Wenn ihr wortwörtlich vor dem Nichts steht.
In „Der Salzpfad“ finden Ray (Gillian Anderson) und Moth (Jason Isaacs
) das heraus. Sie begeben sich auf eine sehr lange Wanderung. Sie tun das nicht, weil sie so fit sind und so unglaublich gern wandern, sondern weil ihnen keine andere Wahl bleibt. Sie haben ihr Haus verloren und Ray kommt auf die Idee von Sommerset nach Lands End zu wandern. Weil sie kopflos ist, weil sie nicht weiß, was sie sonst tun sollen. Weil alles ausweglos scheint und einfach zum davon laufen.

Der Salzpfad Filmkritik

Ihr Mann Moth, gesundheitlich schwer angeschlagen, begleitet sie. Und die Verbindung dieser beiden Menschen, die lässt einen hoffen. Denn wir alle haben uns in unserem Leben ja irgendwie eingerichtet. Wenn dann alles, was wir kennen, auf einmal weg bricht, was bleibt dann? Liebe, Freundschaft, Güte. Und klar, Verzweiflung. Der geben sich die beiden aber kaum hin, nur nach und nach kommt da einiges ans Licht.

Der Salzpfad Filmkritik
© British Broadcasting Corporation and Number 9 Films Salt Path Limited 2024

Das Paar ist füreinander da, in den wirklich schlechten Zeiten. Mich beeindruckt das, weil ich natürlich hoffe, dass es bei mir auch so wäre. Aber sicher kann man sich ja irgendwie nie sein. Denn erst wenn wir mit solchen Extremsituationen konfrontiert sind, zeigt sich, was in uns und in anderen steckt. Im Kino zu sehen, wie dieses Paar sich durch die Obdachlosigkeit manöviert, durch Krankheiten, Regentage und Geldnot, das ist wirklich beeindruckend.

Der Salzpfad Filmkritik
© British Broadcasting Corporation and Number 9 Films Salt Path Limited 2024 photographer – Steve Tanner

Auch wenn das sicherlich nicht die Intention des Films ist: Die gezeigte Natur ist so wunderschön, dass ich eigentlich auch direkt loswandern möchte. Obwohl ich gar nicht mal so gern wandere.

Mich hat nach dem Schauen vor allem die Frage umgetrieben: Wie wäre es hier? Eigentlich bin ich mir ziemlich sicher, dass ich viele tolle Menschen in meinem Leben habe, die uns auffangen. Die in der Not da wären, helfen würden. Aber zum Helfen gehört auch immer: Hilfe annehmen können. Und da kann ich vielleicht auch noch ein Stück an mir arbeiten.

„Der Salzpfad“ ist ab dem 17. Juli 2025 im Kino zu sehen.


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