Das Interview mit Faek Falak war kein leichtes, weil die Themen, über die wir gesprochen haben, viel zu schwer waren. Faek hat mit „To my Sisters“ einen Dokumentarfilm über Frauen im Kampf gegen den IS-Terror gedreht. Die eigenen Gedanken zu dem auszuhalten, was ihr im Film seht, ist schon hart, wenn ihr euch davon berühren lasst.
Mit dem Filmemacher darüber zu sprechen unter welchen Bedingungen „To my Sisters! überhaupt entstanden ist und wie die Aufnahmen nach Deutschland geschmuggelt wurden, war außergewöhnlich. Und doch hat Faek immer wieder betont: Mir geht es gut, es geht um die Frauen. Und das stimmt natürlich. Es geht aber auch darum, dass wir alle darauf aufpassen, dass der Hass niemals gewinnt.

Dein Film heißt „To my Sisters“. Die Frauen im Film sind unglaublich stark, müssen Unvorstellbares aushalten. Was ist deine Nachricht an die Täter, die den Frauen all das angetan haben, die der Grund dafür sind, dass die Frauen kämpfen müssen und niemand in Frieden leben kann.
Faek Falak: Zur Hölle mit ihnen! Der Film ist nicht für sie, weil sie ihn sich nicht angucken werden, weil sie nichts davon nachvollziehen können. Egal wie man mit einem Psychopathen redet, er wird keine Gefühle entwickeln. Sonst hätte er diese Taten nicht begangen.
Für mich war es wichtig, diesen Film zu machen, weil viel zu wenig darüber berichtet wird. Es ist jedes Mal hochemotional für mich, wenn ich die jungen Frauen in Militärkleidung sehe, die unter schwierigsten Bedingungen, mit ihren Sneakern in Matsch und Schnee kämpfen und die Botschaft verbreiten, dass sie sich nicht unterdrücken lassen.
Ich bekomme eine Gänsehaut, wenn ich nur darüber nachdenke. Sie sind so stark, weil sie sich nicht unterdrücken lassen. Sie gehen in den Kampf mit dem Wissen: Unser Wille als Frauen ist viel stärker als der Terrorismus. Wir nehmen die Waffen in die Hand und tanzen, bevor wir in die Schlacht ziehen. Wir geben unser Leben dafür, das Kostbarste, was wir haben.
Das wollte ich auf die Leinwand bringen. Ich will, dass die Menschen hinschauen, dass sie sehen, dass andere die Initiative ergreifen. Und das sind nicht nur zwei oder zwölf Frauen, das sind Tausende. In dieser winzigen Region in Rojava entscheiden sich über 20.000 Frauen zwischen 18 und 35 Jahren, statt Karriere zu machen, zu studieren, zu heiraten, Familien zu gründen, in die YPJ zu gehen und zu kämpfen. Davon müssen andere erfahren.
Der Film heißt „To my Sisters“, weil ich diese Frauen als meine Schwestern ansehe. Ich wollte einen Beitrag zu ihrem Kampf leisten. Ich kann nicht an ihrer Seite kämpfen, ich kämpfe auf meine Art, indem ich ihre Opferbereitschaft zeige.

Du bist Kurde, hättest du dir gewünscht, dass jemand außer dir diesen Film macht? Weil es ja oft so ist, dass die, die betroffen sind, dann auch noch kämpfen müssen.
Dieser Film ist meine Art zu kämpfen. Ich möchte zeigen, dass wir uns die Ungerechtigkeit nicht gefallen lassen. Im Vergleich zu dem, was die YPJ vor Ort macht und was Sepan durchgemacht hat, ist das gar nichts.
Ich komme aus dem fiktionalen Bereich, das ist meine Stärke, und ich weiß, wie man mit Bildern und Emotionen spielt, wie ich die Zuschauer*innen emotional catchen kann. Und ich arbeite wahnsinnig schnell. Dieser Film entstand innerhalb von vier Monaten, von der Planung bis zum fertigen Film. Ich habe verschiedene Abteilungen geführt, hatte 18-Stunden-Arbeitstage und hatte nichts anderes in meinem Leben als diesen Film.
Das war meine Aufgabe, mein Beitrag zu diesem Kampf. Ich wollte nicht untätig sein, sondern auf meine Art helfen.
Dokumentationen sind etwas Neues für mich. Aber anders als auf diese Weise konnte ich den Film nicht machen. Ich bin sehr effizient, habe mein Team und 12 Jahre Erfahrung damit, Dinge parallel laufen zu lassen. Ich wusste: Wenn das jemand anders macht, dann wird das Monate oder auch Jahre dauern. Diese Zeit hatte ich nicht.

Was heißt das genau?
Wir wussten, dass es eine Frist für den Waffenstillstand bis Ende des Jahres [2025] gab, in einer Region, die ein Pulverfass ist. Ich habe also Sender angefragt, aber alle haben abgelehnt, niemand wollte das finanzieren. Ich wusste aber, dass das eine einmalige Chance war, ihre Geschichten zu erzählen. Die Region explodiert und dann ist alles weg, die Geschichten werden nicht mehr erzählt werden können, niemand wird davon erfahren.
Im Juni 2025 bin ich mit meinem deutschen Kameramann Noah Schuller nach Rojava gereist, um Protagonistinnen zu casten. Haval Berxwedan kam einen Tag vor unserem Treffen von ihrer Mission zurück. Von den 30 Frauen ihrer Einheit kamen nur 14 wieder zurück. Sie hat mir furchtbare Videos gezeigt, sie trug darin eine Kameradin ohne Beine in ihren Händen. Mein Herz tut weh, wenn ich daran denke, was sie alles erlebt hat.
Wir haben Aufnahmen mit ihr gemacht, sind zurück nach Deutschland und ich konnte damit den Film-Fernseh-Fonds Bayern (FFB) überzeugen, uns zu unterstützen. Die haben den Zusammenschnitt unseres Recherchematerials gesehen und wollten uns dann unbedingt unterstützen.
Ich bin mit meinem Kameramann Noah also wieder nach Rojava gereist und wir haben gedreht. Die letzten drei Tage vor Ort waren wir in der Kaserne und mussten den Dreh dann zwei Tage früher als geplant beenden, weil die Einheit angegriffen wurde. Innerhalb von 12 Stunden war alles zerstört, wir waren die Letzten, die da noch rausgekommen sind. Das Auto vor uns wurde getroffen, da sind Leute drin gestorben. Wir mussten das Land sofort verlassen.
Uns wurde bei Drehstart auch erklärt, dass niemand für unsere Sicherheit sorgen kann, wir waren auf uns allein gestellt. Uns wurde gesagt, dass unser Leben in Gefahr ist, wir waren offiziell Ziele von Drohnenangriffen und alle wollten, dass uns das auch bewusst war. Wir wollten unbedingt drehen, wir waren also einverstanden. Ich habe da auch noch mal intensiv mit meinem Kameramann gesprochen und ihm gesagt, dass er auch abbrechen darf. Denn nur weil ich mich dafür entschieden habe, musste er nicht das Gleiche tun. Ich war auch bereit, die Kamera selbst zu nehmen. Er sagte zu mir, dass er das unterstützen möchte, dass unser Leben nicht mehr wert ist als das Leben dieser 20-jährigen Kämpferinnen.
Welche extremen Situationen wir erlebt haben, das kann sich niemand vorstellen. Man könnte einen eigenen Film über die Dreharbeiten machen. Wir durften nie mehr als 10 Minuten draußen drehen, weil es sonst zu Drohnenangriffen hätte kommen können. Man darf als Gruppe nicht draußen sein, weil man dann angegriffen werden kann. Die Frauen durften ihre Militärkleidung draußen eigentlich gar nicht tragen, das haben sie nur für uns gemacht. Und sie haben uns auch gesagt, dass sie damit ihr Leben in unsere Hände legen, denn wir alle hätten bei diesen Aufnahmen durch einen Drohnenangriff sterben können.
Und dann mussten wir das Material ja auch nach Deutschland bringen. Einfach in ein Flugzeug steigen und von dort wegfliegen, ging nicht. Wir mussten von Rojava zur Grenze von Kurdistan und dann über die Türkei nach Hause. In die Türkei mussten wir das Material reinschmuggeln. An genau dieser Grenze verschwand vor fünf Jahren ein Bekannter von uns, der auf seinem Handy das Foto eines älteren Bruders von der Front hatte. Der ist ohne richterlichen Beschluss verschwunden. Deswegen wurden wir gewarnt, alle wollten, dass wir vor Ort bleiben. Aber das war ja keine Option. Wir hatten keine Wahl. Entweder wir bekommen das Material nach Deutschland geschmuggelt, oder es ist alles vorbei.
Mein Kameramann und ich haben uns aufgeteilt, wir hatten beide eine Kopie und sind dann separat und mit zeitlichem Abstand zur Grenze und haben einen Tumult veranstaltet. Wir sind mit unseren Presseausweisen auf sie zu, haben auf Englisch mit ihnen geredet und gehofft, dass alles gut geht. Sie waren überfordert, konnten kein Englisch und haben uns durchgelassen, während sie alle anderen ordentlich durchsucht haben. Das war so knapp. Noah und ich hatten auch beschlossen, dass wir, egal was passiert, nie zeigen, dass wir uns kennen. Es ging darum, das Material rauszubringen, egal wer von uns das schafft und egal wie. Denn mir war klar: Ich komme niemals damit durch, wenn wir erwischt werden.

Wie verarbeitest du all das, was du gesehen und erlebt hast?
Ich komme damit zurecht. Ich möchte keine Opferrolle haben. Die Gegebenheiten waren, wie sie waren. Mir war es wichtig, diesen Film zu machen, weil ich diesen exklusiven Zugang zu Menschen und Orten habe, den andere nicht haben. Wenn ich das nicht genutzt hätte aus Angst, dass vielleicht etwas passiert, wäre das falsch. Es ist zum Glück ja auch nichts passiert, wir leben noch. Ich weiß, dass wir extrem viel Glück hatten.
Ich bin ein Filmemacher, der sich entschieden hat, diesen jungen Frauen eine Stimme zu geben und zu zeigen, wie wichtig ihr Kampf ist. Als ich diese Entscheidung getroffen habe, war ich mit allen möglichen Konsequenzen einverstanden. Alles, was passierte, war meine Entscheidung. Ich gehe so durchs Leben, dass ich immer denke, dass es eine Lösung geben wird. Und so war es ja auch.
Mein Kameramann und ich haben aber auch eine große Dankbarkeit fürs Leben bekommen. Diese Reise hat unser Leben für immer im positiven Sinne verändert. Wir beschweren uns nicht mehr über kleine Sachen, weil so viel Schlimmeres schon passiert ist.
Ich bin ein sehr empathischer Mensch und ich habe mich bis heute nicht von den Bildern erholt, die die Frauen mit mir geteilt haben. Die sind für immer in meinem Kopf und ich bin diesen Menschen für immer verbunden. Genau deswegen heißt der Film auch „To my Sisters“.
Ich werde mir aber bald etwas Zeit nehmen, um mich emotional zu erholen. Denn ich merke, dass mich der Film, auch wenn ich ihn sicher schon 100 Mal gesehen habe, dann doch immer noch emotional mitnimmt. Neulich in Köln konnte ich nicht mehr reden, hätte fast geweint. Meine Gefühle haben mich einfach überrannt und ich musste mich wirklich zusammenreißen.

Wie hast du die Frauen für deinen Film gefunden? Es ist für mich unvorstellbar, was sie erleben, was sie erlebt haben. Und dann auch noch so darüber zu sprechen, das kann nicht einfach sein.
Die Geschichte mit Sepan Ajo ist wirklich krass. Es hat ca. drei Monate gedauert, bis wir Kontakt zu ihr herstellen konnten. Ein jesidischer Verein hat uns dabei sehr geholfen, und so haben wir uns getroffen und erst mal geredet. Mir war wichtig, dass ich nichts tue, was ihre Gesundheit oder ihre Psyche gefährdet. Ich wollte nicht, dass sie die Kosten für meinen Film trägt. Ich habe ihr also gesagt, dass sie gar nichts sagen muss, was sie nicht will. Es muss ihr gut gehen, wenn sie darüber reden will, dann können wir das tun, wenn nicht, dann nicht. Ich habe zu ihr gesagt: Du bist toll, wie du bist, du brauchst diesen Film nicht.
Und sie hat gesagt, und ich zitiere sie, weil mich ihre Antwort so schockiert hat: „Wenn ich schweige, gewinnen die Terroristen“.
Wir haben ein Interview von vier Stunden mit ihr eingeplant. Für diese vier Stunden haben wir 12 Stunden gebraucht, weil es so extrem emotional und schwierig war. Wir haben immer wieder abgebrochen. Sepan ist so stark, sie steht so für sich ein und zeigt, dass sie die Terroristen nicht gewinnen lässt. Es ist ihr wichtig, dass die Menschen erfahren, was sie erlitten hat. Sie sieht es als ihre Aufgabe, dass sie das weitergibt. Sepan ist sehr mutig und mir gibt es Kraft, sie zu sehen.
[Wir unterbrechen das Interview kurz, weil Faek sich sammeln muss]
Ich komme damit zurecht. Aber wenn wir jetzt darüber sprechen, habe ich wieder die Bilder im Kopf von den Massakern gegen die Jesiden. Ich habe ein visuelles Gedächtnis, die Bilder sind in meinem Kopf. Und wenn jemand mit mir redet, sehe ich automatisch diese Bilder. Und auch wegen denen bin ich dorthin gefahren.
Es ist wichtig, dass wir darüber sprechen, weil gegen Sprachlosigkeit nur Geschichten helfen. Nur so wissen wir, was in der Welt passiert.
Die Täter bekommen sonst auch zu viel Macht und die Opfer leiden weiter still. Ich hoffe, dass mein Film Sepans Botschaft in die Welt trägt. Man kann sie zum Vorbild nehmen, weil sie sagt: „Alles, was passiert ist, ist nicht deine Schuld. Du bist nicht schuld an dem, was dir angetan wurde. Aber wenn du schweigst, dann bist du schuld, dann wirst du zu einem Opfer. Aber du bist kein Opfer, du bist eine Heldin, weil du überlebt hast“.

Wir spoilern nichts, wenn wir sagen, dass du für deinen Film auch im Camp in Rojava warst, in dem sehr wahrscheinlich Mitglieder des IS leben und bewacht werden. Der Kontrast zwischen den vollverschleierten, aggressiven Frauen im Camp und den Kämpferinnen wie Haval Berxwedan, die sich zeigen und vor allem immer wieder betonen, dass sie sich nicht unterdrücken und einsperren lassen, ist extrem. Wieso gibt es Frauen, die sich, freiwillig oder nicht, so unterdrücken lassen?
Sepan beantwortet diese Frage sehr gut, weil sie die Organisation ja jahrelang erlebt hat. Sie sagt, diese Menschen sind Experten für Manipulation und Gehirnwäsche. Sie wissen, wie sie an ihre Opfer kommen und wie sie sie überzeugen. Und das Problem ist ja, dass das überall verbreitet ist, auch in Deutschland. Ich kann nur hoffen, dass die Regierungen wirklich verstehen, wie gefährlich sie sind, wie viel Macht sie haben. Es ist so wichtig, dass das nicht unterschätzt wird. Genau das zeigen die Bilder aus dem Camp ja auch.
Ich kann nur sagen: Schaut euch das genau an und zieht daraus Konsequenzen. Ich habe als Regisseur ja keine Stellung bezogen. Ich habe niemandem Anweisungen gegeben, außer, dass ich die Realität zeigen möchte. Ich habe allen gesagt: Wir filmen alles, aber wir bleiben im Hintergrund. Ich frage nichts, ich höre nur zu. Ihr erzählt, was ihr erzählen wollt.
Sepan hat sich zum Beispiel vor die Kamera gesetzt und erzählt, was ihr auf dem Herzen lag. Und die Deutsche im Camp auch. Ich habe die Kamera aufgestellt und gesagt: „Sag, was du sagen willst, hier ist die Kamera“. Es ist nicht meine Aufgabe, darüber zu urteilen. Ich möchte nur, dass die Menschen da draußen eine Chance haben, von solchen Geschichten zu erfahren. Ich mache das für alle erlebbar, auf meine Art und Weise.
Du beziehst keine Stellung, und doch lösen allein deine Schnitte und die Bilder natürlich etwas in einem aus. Auch wenn es keine eindeutige, endgültige Wahrheit gibt. Wie funktioniert das, dass du Antworten bekommen hast, ohne Fragen zu stellen?
Ich habe wirklich keine Fragen gestellt. Du kannst das Material gern sichten.
Mir war es wichtig, dass ich niemanden mit Fragen manipuliere, sondern ihre Wahrheit auf die Leinwand bringe. Die Anweisung an alle war: Macht, was ihr wollt. Und wenn ihr nicht authentisch seid, wenn ihr etwas vorspielt, dann werden die Menschen das auch sehen. Die Leute werden, wenn sie den Film anschauen, wissen, wer etwas vorspielt und wer nicht.
Was hast du im Camp erlebt? Denn ich nehme an, dass es da extrem gefährlich war und ihr bewacht werden musstet.
Wir sind mit zwei gepanzerten Fahrzeugen da rein, das Gelände ist ja komplett umzäunt. Da kommen sechs-, siebenjährige Kinder mit Messern auf einen zu und wollen einen abstechen. Wir haben uns zwei Minuten außerhalb des Autos aufgehalten, da wurden wir angegriffen. Die Kommandantin war sehr wütend auf mich, weil ich aus dem Auto ausgestiegen bin, weil ich dort einfach drehen musste. Wir wollten doch zeigen, wie es da ist. Aber es ist viel zu gefährlich.
Wir waren insgesamt vielleicht sechs, sieben Minuten draußen, in den letzten zwei Minuten ist es total explodiert. Meinen Kameramann haben wir da rausgeschleppt. Zum Glück ist nichts passiert, auch wenn es kurz davor war.
Ich finde es extrem wichtig, dass du auch über deine Erfahrungen während der Dreharbeiten sprichst. Denn sie vervollständigen das Bild, das du zeigen willst.
Das ist das erste Mal, dass ich darüber rede. Denn für mich ist das nicht wichtig. Was ich gemacht habe, diese ganze Gefahr, das ist ein ganz kleiner Teil des großen Ganzen. Die Frauen sind wichtig, auf sie sollten wir uns konzentrieren.
Hast du noch Kontakt zu Sepan und Haval Berxwedan?
Ja, wir haben sehr guten Kontakt. Sepan ist wie meine kleine Schwester. Sie war bei der Premiere in München dabei und saß neben mir. Sie hat die ganze Zeit geweint. Sie hatte den Film vorher noch nicht gesehen, auch wenn ich sie immer wieder darum gebeten habe. Sie wollte es nicht, sie hat mir vertraut und gesagt, dass sie mit allem fein ist, was ich tue. Auf der Bühne hat sie dann gesagt, dass sie nicht erwartet hat, dass der Film so stark sein wird. Für sie hat dieser Film alles gesagt.
Auch zu Haval Berxwedan habe ich noch Kontakt, sie hat mir Videos vom Angriff im März geschickt, der alles geändert hat. Sie war da mit ihrer Einheit aktiv an der Front, es war furchtbar. Wir schicken uns Sprachnachrichten, sie ist wieder auf Mission, aktuell ist die Lage nicht gut. Es ist jetzt eine Regierung an der Macht, die keine Frauen akzeptiert. Da dürfen keine Frauen im Militär sein, und die YPJ sagt, zu Recht, dass sie das Land vom IS zurückerobert haben. Ohne uns wäre das nicht passiert. Nur weil sich die Lage geändert hat, bedeutet das nicht, dass wir nicht mehr dazugehören. Die YPJ legt die Waffen nicht nieder, sie waren schon immer dabei.
Glaubst du, dass du noch einen Film zu diesem Thema machen wirst?
Ich möchte das nicht mehr. Dieser Film war die absolute Ausnahme. Es war meine Art zu kämpfen. Aber jetzt möchte ich andere Filme machen. Gerne fiktionale Filme, vielleicht auch Dokumentarfilme. Aber nicht mehr zu diesem Thema. Einmal reicht für alle Ewigkeiten.
„To my Sisters“ könnt ihr aktuell im Kino anschauen.

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